Schmalenbach-Preis

Der Schmalenbach-Preis ist nach einem der bedeutendsten Betriebswirte Deutschlands, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Eugen Schmalenbach, benannt. Sein Hauptanliegen war die Entwicklung einer 'anwendungsorientierten Betriebswirtschaftslehre', ein Ziel, das er in enger Verbindung von Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspraxis zu erreichen suchte.

Dieser Tradition folgend hat sich die Schmalenbach-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. und dem Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. zum Ziel gesetzt, mit der Ausschreibung des Schmalenbach-Preises die Auseinandersetzung mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen zu fördern und zugleich die Erinnerung an den Mitbegründer der modernen Betriebswirtschaftslehre in Deutschland lebendig zu halten.

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Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten, die anwendungsbezogen bzw. empirisch fundiert sind und einen wissenschaftlichen Fortschritt der Betriebswirtschaftslehre im Dienste der Wirtschaftspraxis darstellen. Die Arbeiten sollen wie das Werk Eugen Schmalenbachs auf dem Gebiet der praxisorientierten Betriebswirtschaftslehre verwurzelt sein.


Preisverleihung 2011

Der mit 10.000 EUR dotierte Schmalenbach-Preis 2011 wurde am 21. September 2011 im Rahmen des 65. Deutschen Betriebswirtschafter-Tages Dr. Christian Schlereth in An­er­kennung seiner hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit „Optimale Preisgestaltung von internetbasierten Diensten“ verliehen. Betreut wurde die Schrift von Professor Dr. Bernd Skiera, Goethe Universität Frankfurt.

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In der Dissertation von Christian Schlereth steht die Frage der optimalen Preisgestaltung von internetbasierten Diensten im Mittelpunkt, die in jüngster Zeit aufgrund der zu­nehmenden Verbreitung des Internets, aber auch der zunehmenden Digitalisierung der Welt sehr stark an Bedeutung gewonnen haben. Es handelt sich um eine kumulative Dissertation, die aus sechs einzelnen Beiträgen besteht. Bereits fünf Beiträge sind erfolg­reich und sehr hochwertig international veröffentlicht worden z. B. im European Journal of Operational Research, im International Journal of Research in Marketing, im Journal of Service Research und in Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung.

Aus ökonomischer Sicht ist das Thema ‚internetbasierte Dienste’ vor allem deswegen span­nend, weil es ganz neue Möglichkeiten der Preisgestaltung bietet. Während z. B. bisher übliche Office-Programme einem einmal zu entrichtenden Preis unterliegen, könnten sol­che über das Internet angebotenen Dienste auch nutzungsbasiert bepreist werden. Nahe­liegend ist, dass solche Angebote neben monatlich fixen Preisen, auch monatlich variablen und an der tatsächlichen Nutzung ausgerichteten Nutzungsgebühren unterworfen werden könnten. Die Konsumenten und auch die Unternehmen reagieren auf die jeweils angebotenen Preise. Konsumenten passen ihre Nutzungsintensität an die je­weiligen Preise an. So sieht die Nutzung von internetbasierten Diensten ganz anders aus, wenn diese über einen mo­natlichen Pauschalpreis anstelle eines Preises pro Nutzungs­einheit abgerechnet werden.

Die Messung der Wechselwirkung von Preisen und Mengen ist aber alles andere als trivial und bislang kaum erforscht. Christian Schlereth widmet sich der Frage der Preisgestaltung aus Sicht des Marketing und der Wirtschaftsinformatik. Aus Marketingsicht stellt er die Frage, wie Präferenzen von Konsumenten für diese internetbasierten Dienste erfasst, wie daraus Zahlungs­bereitschaften abgeleitet und letztlich die Reaktion von Konsumenten auf unterschiedliche Preise bestimmt werden können. Aus Sicht der Wirtschaftsinformatik zeigt er auf, wie neue Ideen zur Erhebung von Präferenzen flexibel in eine Software implemen­tiert und wie kon­kret die Optimierung für derartige Preise vorgenommen werden kann. Aufgrund des Einsatzes der Software in ca. 60 Befragungen mit mehr als 15.000 Befragten ist die von Christian Schlereth entwickelte Software bereits deutlich ausgereift. Diese Ent­wicklungsarbeit hat Eingang gefunden in Forschung und Praxis. Er arbeitet zusammen mit Wissenschaftlern an der Goethe-Universität Frankfurt und den Universitäten in Darmstadt und Freiburg sowie mit zahlreichen Unternehmen, darunter SAP, Siemens Nokia Net­works, T-Home, comdirect oder Bosch.

Als Vorsitzende der Jury und zugleich Vorsitzende des Vorstands des Verbands der Hoch­schullehrer für Betriebswirtschaft e.V. begründete Professor Dr. Caren Sureth die Ent­scheidung der Jury damit, dass es Christian Schlereth mit seiner Arbeit in vor­bildlicher Weise gelungen ist, wissenschaftliche Exzellenz mit der von Eugen Schmalen­bach einge­forderten Dienstleistungsfunktion für die Praxis zu verbinden.

Seit Oktober 2011 hat Christian Schlereth die Juniorprofessur für Marketing und Electronic-Services an der Goethe-Universität Frankfurt inne. Zuvor studierte er bis April 2006 an der TU Darmstadt Wirtschaftsinformatik mit den Schwerpunkten Projektmanagement und Software Engineering. Im März 2010 schloss er seine Promotion an der Professur für Electronic Commerce der Goethe-Universität Frankfurt ab.
 

Schmalenbach-Preis 2012

Bewerbungsschluss für den Schmalenbach-Preis 2012 ist der 31. März 2012.


Ausschreibungsunterlagen

Alle Informationen sind auch als Download verfügbar

Ansprechpartner

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Dipl.-Psych. Mireille Flores-Silva
flores@schmalenbach.org
+49 (0) 2234 / 480097